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Die besten Freunde des Menschen - Haustiere in Island

Kísa - Westfjorde

Jeder kennt die Pferde, Schafe und Kühe auf den isländischen Farmen, die Wale und Fische im Meer, die vielen Vogelarten und Polarfüchse, die die Vulkaninsel bewohnen und viele Besucher faszinieren. Aber natürlich gibt es auch dort die „normalen“ Haustiere, vor allem Hunde und Katzen … 

Góðan daginn liebe Nordland-Freunde, 

Tierliebhaber gibt es überall, und auch die Isländer sind den Schmuseattacken und der Gesellschaft von Hunden und Katzen verfallen. Die Haustierhaltung und ihre Geschichte weisen allerdings einige Besonderheiten auf, die wir euch heute kurz vorstellen wollen …

Geschichte und Verbote

Neben den Nutztieren, die die ersten Siedler nach Island begleiteten, kamen natürlich auch ihre Haustiere mit auf die Insel: Hunde zum Hüten der vielen Schafe und Katzen, die damals schon beliebt in den skandinavischen Ländern waren, da sie Mäuse und Ratten bekämpften. Im Verlauf der Geschichte seit ihrer Ankunft entwickelten sich die Dinge für Hunde und Katzen unterschiedlich. Der Islandhund, auch Islandspitz oder nach seiner Funktion Isländischer Schäferhund genannt, war und ist nach wie vor beliebt auf dem Land. Da es für die Schafe keine Bedrohung durch Raubtiere wie Wölfe gab, wurde aggressives Verhalten herausgezüchtet, sodass die Hunde heute sehr freundlich und umgänglich sind – ein großer Pluspunkt, denn sie sind oft die Spielkameraden der Kinder auf den Farmen. Allerdings ist der Islandhund recht bellfreudig, Neuankömmlinge auf dem Gelände werden durch aufgeregte Lautäußerung angekündigt. Natürlich gibt es in Island nicht nur eine Hunderasse, allerdings wurde der Import von Hunden in der Vergangenheit oft begrenzt. Ab 1924 gab es in Reykjavík ein Hundeverbot, um die Ausbreitung der durch Hunde auf den Menschen übertragbaren Echinokokkose zu verhindern. 1984 wurde das Verbot wieder aufgehoben, allerdings müssen Hundhalter in der Hauptstadt strenge Auflagen erfüllen und jährlich eine Gebühr zahlen, die bei Katzen nicht nötig ist. Katzen wurden in der Vergangenheit nicht nur für ihre Jagdqualitäten geschätzt, sondern auch für ihren Pelz, der zeitweise mehr wert war als der von Polarfüchsen. Diese Zeiten sind schon lange vorbei, und Katzen haben längst die Straßen Reykjavíks erobert. Die meisten sind Freigänger und unterhalten auf ihren Streifzügen Reisende und Einheimische gleichermaßen, wenn sie sich Streicheleinheiten holen oder ein Schläfchen in ihrem Lieblingsladen machen … Viele mittlerweile bekannte Gesichter finden sich auf der Seite Cats of Reykjavík, wo jeder willkommen ist, seine Begegnungen mit den flauschigen Stadtbewohnern zu teilen. Reptilien und Schlangen sind in Island nicht mehr als Haustiere erlaubt, nachdem sie mehrfach ihre Besitzer mit Salmonellen angesteckt hatten. 

Einfuhrbestimmungen für Haustiere

Wer seine vierbeinigen Begleiter in Island nicht missen will, sollte sich gut überlegen, ob der Aufenthalt auf der Vulkaninsel lang genug ist, um den Aufwand zur Mitnahme von Hund und Katze zu rechtfertigen. Denn da es auf Island viele Tierkrankheiten nicht gibt und ein Kontakt mit Erregern oder Parasiten katastrophale Folgen für einheimische Tierpopulation und das Ökosystem der Insel allgemein haben könnte, muss man sich an strenge Regelungen oder gänzliche Einfuhrverbote halten. Islandpferde werden nicht geimpft und sind seit Hunderten von Jahren von jeglichen Einflüssen fremder Rassen abgeschottet, sodass weder ausländische Pferde noch Reitzubehör, das mit diesen in Kontakt war, auf die Insel dürfen (einige Gegenstände kann man allerdings desinfizieren lassen und dennoch mitnehmen). Sobald ein Islandpferd außerdem die Insel verlässt, darf es nie zurückkehren. Aber auch bei kleineren Tieren ist Vorsicht geboten. Da die Haltung von vielen exotischen Haustieren wie Reptilien nicht gestattet ist, können diese natürlich auch nicht mitgenommen werden. Für Hunde und Katzen müssen verschiedene Bedingungen im Vorfeld erfüllt werden, wie bestimmte Impfungen und das Reservieren eines Quarantäneplatzes in Island, wo der Vierbeiner in jedem Fall nach der Ankunft vier Wochen verbringen muss. Einige als gefährlich angesehene Hunderassen sind in Island ebenfalls nicht erlaubt, auch nicht, wenn sie alle Voraussetzungen erfüllen, wie beispielsweise Wolfsmischlinge oder der Dogo Argentino. Weitere Informationen findet man unter hier.

Neue Entwicklungen und Kurioses

Neben den vielen strengen Regelungen gibt es aber auch neue Entwicklungen, die das Herz von Tierfreunden höher schlagen lassen. So ist es durch Gesetzesänderungen mittlerweile möglich, ein Haustier mit in ein Restaurant oder in den Bus zu nehmen, was das Leben für viele Haustierhalter vor allem in der Stadt erleichtert. Die Hauptstadt Reykjavík, die ja schon lange als Herrschaftsgebiet der Hauskatzen gilt, hat außerdem erstmals ein Katzencafé geöffnet, wo man neben leckerem Essen auch einige Stubentiger kennenlernen und als Reisender sein Heimweh nach den Vierbeinern zuhause lindern kann. Das ganze dient auch einem guten Zweck, denn alle tierischen „Mitarbeiter“ im Café sind Katzen, die aus dem Tierheim in Reykjavík kommen und ein neues Zuhause suchen – hat man sich in eine verliebt, kann man sie auch gleich adoptieren. Generell sind die Isländer sehr kreativ, wenn es darum geht, besitzerlosen Katzen eine neue Familie zu suchen. So gibt es auch die Live-Webcam von Keeping up with the Kattarshians, die den ganzen Tag lang das Leben von einigen Tierheimbewohnern in einem Katzenhaus zeigt und schon viele „Stars“ hervorgebracht sowie in neue Hände vermittelt hat. Schaut doch mal rein und lernt die jetzigen Bewohner kennen!. 

Leider gibt es nicht nur Positives zur momentanen Situation zu sagen, denn ein unerwartetes Problem breitet sich im Gebiet um die „Perle“ Perlan aus: Unzählige Hauskaninchen wurden und werden dort immer noch von ihren Besitzern im Wald ausgesetzt. Da Spaziergänger die Tiere so niedlich finden, versorgen viele sie im Winter mit Futter, sodass die Population ständig anwächst und mittlerweile eine Bedrohung für die heimische Vegetation darstellt – die Isländer befürchten auch, dass sich die Tiere als Plage über die ganze Insel ausbreiten und noch mehr Schaden anrichten könnten. Da Kaninchen auf Island unter Schutz stehen, soll zur Eindämmung des Bestandes eine Sonderjagdgenehmigung eingeholt werden – schließlich handelt es sich nicht um Wild- sondern um Zuchtkaninchen, die in der isländischen Natur eigentlich nichts zu suchen haben. So traurig auch das Ergebnis dieser Entwicklung ist, es wäre nicht notwendig geworden, wenn die Menschen sich verantwortungsvoll um ihre Haustiere kümmern oder sie zumindest in ein Tierheim geben würden, statt sie einfach sich selbst zu überlassen.

Ihr seid den Katzen von Reykjavík schon verfallen oder habt weitere Anregungen zu dem Thema? Dann hinterlasst uns doch einfach einen Kommentar. Wir freuen uns auf eure Erlebnisse und Ideen.

Verið blessuð liebe Nordland-Tierfreunde, Euer contrastravel-Team

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