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Frühling in Island

Goldregenpfeifer - Ostfjorde

Wir können langsam ausatmen, der Winter liegt hinter uns, die ersten Schneeglöckchen und Krokusse haben nach dem letzten Frost ihre Köpfe aus der Erde gereckt. In Island ist man allerdings noch nicht ganz so weit, aber auch dort gehört wenigstens die Dunkelheit des Winters endlich der Vergangenheit an. Wie sich der Frühlingsanfang in Island anfühlt, erfahrt ihr hier …

Góðan daginn liebe Nordland-Freunde, 

Hierzulande erfreut man sich an den ersten Sonnenstrahlen, Temperaturen um die 14 Grad und die Frühlingsblüher recken ihre Blüten gen Himmel. In Island dagegen kann es auch zum kalendarischen Frühlingsanfang immernoch ziemlich frostig sein. Aber immerhin geht es ab der Tag-Nachtgleiche am 21. März tageslichttechnisch aufwährts bis es ab Mitte April nachts nicht mehr richtig dunkel wird. Vitamin D-Shock olé! Doch innerhalb des Landes erwacht die Insel ganz unterschiedlich zu neuem Leben: 

Der Süden des Landes ist näher an Ausläufern des Golfstroms, weshalb die Winter verhältnismäßig mild sein und eher feucht als schneereich ausfallen sollen. In den letzten Jahren hat man davon allerdings nicht ganz so viel mitbekommen, waren diese ungewöhnlich schneereich und kalt. Wobei es trotzdem selten kälter als knapp unter null Grad wird. Aber der Wind, der dem Land eigentlich seinen Namen geben sollte, lässt die Temperatur häufig eisig erscheinen, vor allem wenn er aus Nordost kommt.

Im März merkt man in dieser Region allerdings das erste Aufatmen, hört die ersten Frühlingsvögel zwitschern und erspäht möglicherweise Anfang April die ersten Lóas. Der Goldregenpfeifer ist das Symbol für den Frühling in Island. Wenn dieser hübsche kleine Vogel zum ersten Mal gesichtet wird, weiß jeder „Vorið er hér“ – Der Frühling ist hier! 

Dennoch ist der März kein wirklicher Frühlingsmonat, wie in Deutschland, denn immernoch kann es auch im Süden der Insel sehr wechselhaft sein. Aber wann ist es das nicht auf der Insel?! So kann es sein, dass sich immernoch Schnee, Sturm und warme Tage abwechseln. 

Je weiter man in den Norden und Osten kommt, umso weniger frühlingshaft ist es. Der Norden lebt nicht vom warmen Golfstrom, sondern ist umgeben vom kalten Nordatlantik und hat deshalb oft noch Schnee lange in den April rein. Besonders Die West- und Ostfjorde haben lange mit dem Winterwetter zu kämpfen und das erste Wiesengrün stellt sich manchmal erst Anfang Juni ein. Manchmal hat man das Gefühl, dass der Frühling hier nur einen ganz kurzen Stopp macht, bevor alle Knospen explodieren und der Sommer mit einem Schlag eingeläutet wird. Die Sommer in den Regionen sind kurz und bunt. Das macht es unter anderem so schwer, in diesen Regionen Landwirtschaft zu betreiben. Denn während im Süden die erste Grassaat auf den Feldern liegt, liegt häufig noch Schnee in den Westfjorden.

Aber selbst wenn es noch kalt ist, es hier und da noch Schneeflocken unbeschadet vom Himmel zu fallen schaffen, steht der Isländer gerne für Eiscreme an, Sommer wie Winter. Und der erste Sommertag wird bunt und opulent am ersten Donnerstag nach dem 18. April im ganzen Land gefeiert. Der Ursprung liegt im altisländischen Kalender, in dem das Jahr nur aus zwei Jahreszeiten besteht, Sommer und Winter. 

Somit kommen wir zum Schluss, was auch zu den Witterungsbedingungen zur jetzigen Zeit in Island passt, dass es gar nicht so recht den einen Frühling gibt und der Isländer – wie immer – das Beste aus der Situation macht. 

Wir wünschen euch einen schönen Start in den Frühling!

Vorin er hér, liebe Nordland-Freunde, Euer contrastravel-Team

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