Islands Superbeeren

Sauratindar - Westfjorde

Blaue Beeren gehören zu Island, genau wie Lachs, Skyr und Gammelhai.
Zu dieser Jahreszeit ist das große Sammeln erneut in vollem Gange, und da die Beeren in Islands Gesellschaft und Islands Küche so einen hohen Stellenwert haben, widmen wir unseren heutigen Blog diesem gesunden Super-Food und wir stellen euch Islands "Blaubeeren" und die lange Tradition des Beerenpflückens etwas genauer vor.


Góðan daginn liebe Nordland-Freunde, 

unser heutiger Beitrag dreht sich rund um die Blaubeere, oder besser gesagt, den blauen Beeren unserer Lieblinsinsel, die einen essentiellen Bestandteil vieler isländischer Rezepte und Köstlichkeiten darstellen.
Die widerstandsfähigen Früchte der vitaminreichen Superbeeren wachsen an Zwergsträuchern, gedeihen gut im Halbschatten auf nährstoffarmem Boden und sind optimal an das raue, isländische Klima angepasst.
Kein Wunder also, dass die Isländer ganz verrückt nach ihren Beeren sind und im Nordosten der Insel einmal jährlich sogar ein Musik-Festival zu Ehren der isländischen Beere abgehalten wird.

Im Frühherbst sammelt und verarbeitet ganz Island die leckeren, in den Heidefeldern im Überfluss wachsenden, blauen Beeren. Für diesen isländischen „Volkssport“ gibt es sogar einen eigenen isländischen Begriff; “berjamór“. Ihre freien Tage von Ende August bis Mitte September verbringen die Isländer daher gerne, mit allen möglichen Behältnissen bewaffnet, in fast jeder Region der Insel in und an den an Fülle vorhandenen Heidefeldern. Viele nutzen eine kleine Erntehilfe zum schnelleren Sammeln: hierbei handelt es sich um einen sogenannten Beerenkamm.  Mit der vorderen Seite des Kamms streicht man durch die Blätter, wodurch die Beeren abgestreift werden. Mit Hilfe des Kamms geht das ernten deutlich schneller, als wenn jede einzelne Beere per Hand gepflückt wird. Das kollektive Beerensammeln auf Island begann bereits mit der ersten Besiedelung der norwegischen Wikinger, was die isländischen Beeren somit auch zu einem traditionellem Wikingergericht macht. Ein alter Volksglaube besagt, dass Spinnen den Weg zu den reifsten und schönsten Beeren aufzeigen, so dass man auch heutzutage isländische Kinder oft durch die Felder rufen hört “Kónguló, kónguló, vísadu mér á berjam“ („Spinne, Spinne, zeig mir das Beerenland“). Jede isländische Familie hat ihre eigenen geheimen Plätze, wo ihrer Meinung nach die größte Beerenausbeute möglich ist und egal wie viele Geheimnisse du von einem isländischen Freund bereits kennst, seinen persönlichen Beeren-Hot-Spot wird er dir wahrscheinlich niemals verraten.

Auf Island wachsen fünf verschiedene wilde Beerensorten, die häufig fälschlicherweise unter dem allgemeinen Oberbegriff „Heidelbeere“ laufen.  Dabei handelt es sich eigentlich nicht um klassische Blaubeeren wie wir sie kennen, sondern vielmehr um Blaubeeren, Schwarzbeeren, Rauschbeeren, Brombeeren und wilde Erdbeeren. Die wilden, nicht ganz so intensiv schmeckenden Rauschbeeren sehen den klassischen Blaubeeren wie wir sie kennen sehr ähnlich und diese sind es auch, die zu Hauf auf Island vorkommen.

Früher wurden die gepflückten Beeren zum konservieren gerne in viel Zucker eingelegt, heutzutage sorgt die Kühltruhe den ganzen Winter über für frische Beeren. Aber nicht nur Marmelade, Mus, Likör oder andere süße Köstlichkeiten werden aus den Superbeeren hergestellt, nein, auch Chutney oder Marinade zu Lammkeule sind typisch isländische Methoden der Beerenverwertung.

Ihr habt weitere Informationen oder (Rezept-)Tipps zum Thema Beeren? Dann hinterlasst uns doch einfach einen Kommentar. Wir freuen uns auf eure Anregungen.

Vertu blessaður liebe Nordland-Freunde, Euer contrastravel-Team

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