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Reisetipps Island: Ausrüstung für die Trekkingtour

Þórsmörk - Südliches Hochland

Island ist ein wunderbares und beliebtes Wanderland. Neben den bekannten, sehr beliebten Wanderstrecken gibt es allerhand einsame Wege, die man beschreiten kann. Doch auf Grund der Witterungsverhältnisse ist Island nicht für jedermann oder -frau geeignet. Deshalb verraten wir euch heute, worauf ihr bei einer Trekking-Tour achten solltet …

Góðan daginn liebe Nordland-Freunde,

Nichts ist naturnaher als eine Trekkingtour durch die unberührte Natur Island zu machen. Hier ist man dem Wetter voll ausgesetzt, sieht dafür Dinge, die man vom Mietwagen aus nicht sieht und vielleicht läuft euch ja sogar ein Polarfuchs über den Weg. Beim letzten Mal haben wir euch allgemeine Tipps gegeben für eure Ausrüstung in Island. Diesmal wollen wir euch mitnehmen auf einen Trekkingtrip und dafür ein paar Tipps geben, damit ihr euch nicht schon nach wenigen Stunden in ein warmes, trockenes Hotel wünscht.

Kleidung und Schuhe:

Bereits im allgemeinen Artikel zur Ausrüstung in Island haben wir da schon einen guten Überblick geschaffen. Das gilt nämlich auch für eine Trekkingtour. Hinzuzufügen wäre hier allerdings, dass ihr eure Kleidung und Schuhe auf jeden Fall vor eurer Tour auf Fehler und Schwachstellen untersuchen solltet, damit ihr keine bösen Überraschungen habt. Besonders bei der dritten Bekleidungsschicht ist es wichtig, versiegelte Nähte gegen Wind und Wasser an der Jacke zu haben, auf eine gute Qualität der Kleidung zu achten. Mit der Outdoorjacke aus einem Billig-Discounter überlebt ihr einen isländischen Regenschauer im Hochland nicht unbeschadet.

Für das Durchwaten von Flüssen auf einer Trekkingtour empfehlen wir außerdem entweder leichte Trekking-Sandalen (z.B. von Teva) oder Crocs. Wer Surfschuhe zuhause hat, kann die gerne mitnehmen. Und die FlipFlops für den Schwimmbadbesuch nicht vergessen.

Rucksack und Zubehör:

Wenn ihr für mehrere Tage mit dem Rucksack zu Fuß unterwegs sein wollt, solltet ihr euch einen richtig gut passenden zulegen. Hierfür diesen unbedingt im Fachgeschäft anprobieren, austesten, auch mit vollem Gepäck. Hier ist darauf zu achten, dass Rückenlänge und Hüftgurt auf eure Körpermaße verstellbar sind. Die Rucksackgröße nicht zu groß aussuchen, da man dazu neigt, mehr einzupacken als man braucht. Ebenfalls ist eine Rucksackregenhülle in Island unumgänglich. Diese sollte so befestigt sein, dass der Wind nicht von der Seite reinkommen kann. 

Nützlich können zudem große Müllsäcke sein, um den Rucksackinnenraum nochmal vor eintretendem Wasser zu schützen. Besonders empfindliche Dinge wie Karten, Handys oder Objektive sollte man ebenfalls in einen wasserfesten Packsack verstauen (z.B. von Ortlieb, die es in jeder Größe gibt). 

Um schnell und einfach Dinge am Rucksack befestigen zu können, sind außerdem Alu-Fangkarabiner sehr praktisch. 

Zelt und Zubehör:

Seid ihr in den Wandergebieten Islands mit Schlafsack und Zelt unterwegs, gibt es ebenfalls ein paar wichtige Dinge zu beachten. So richtig verstehen wir nicht, warum Island nicht eigentlich Windland heißt, denn gefühlt weht es immer auf der Insel, mal mehr mal weniger kräftig. Das liegt vor allem daran, dass es wenig Bäume als Schutz vor Wind gibt. So fegen übers Hochland regelmäßig auch Sandstürme. Da braucht man ein gutes Zelt, was nicht beim ersten Windstoß umfällt oder bei einem kräftigen Regenguss absäuft. Natürlich sollte es nicht zu schwer sein, wenn man es 15 Kilometer durch die Pampa tragen muss. Und hier liegt der Puffin begraben: Je leichter ein Zelt, umso windanfälliger ist es, denn je weniger Stangen verbaut werden müssen, umso weniger Gewicht hält die Konstruktion am Boden. Und auch die Standhöhe eines Zeltes ist wichtig in Bezug auf Windfestigkeit. Deshalb nehmt euch nicht das typische Festival-Iglu mit nach Island, sondern wählt ein niedriges Zelt mit gutem Gestänge aus. Vor allem bei letzterem ist es wichtig, kein Gestänge aus Fiberglas, sondern lieber auf Aluminium zu setzen, denn das ist stabiler. 

Ein Geodätisches Kuppelzelt ist sehr windstabil, aber im Auf- und Abbau sehr komplex und nur geeignet, wenn man das Zelt nicht jeden Tag auf- und abbauen muss. Einfache Kuppelzelte sind zwar leicht in der Handhabung, dafür aber sehr anfällig für Wind. Selbiges gilt für Tunnelzelte, die sind aber wenigstens leicht, um auf einer Trekkingtour getragen zu werden. Achtet beim Aufbau auf die Windrichtung und positioniert das Zelt mit der schmalsten Seite zum Wind.

Nützlich kann besonders bei einer nicht (mehr) ganz so guten Zeltunterseite eine zusätzliche Plane zum Drunterlegen sein. Ebenso sollte man auf genügend Abspannseile und stabilere Zeltheringe setzen, um das Außenzelt ordentlich zu befestigen auf den zum Teil sehr steinigen und felsigen Untergründen im Hochland.

Schlafsack und Isomatte:

Ob man eine gute Nacht beim Campen hat, liegt nicht zuletzt daran, ob man entspannt, gemütlich und warm in den Schlaf findet. Formen und Funktionen von Schlafsäcken sind so vielseitig und umfangreich, dass man hierzu ein ganzes Buch schreiben könnte. Für Island ist wichtig zu wissen, dass es im Hochland auch im Sommer nachts empfindlich kalt sein kann und man deshalb auf einen Komforttemperaturbereich zwischen +5 Grad und -5 Grad setzen sollte. Wer eine Frostbeule ist, kann sich dazu auch noch ein Inlet für den Schlafsack zulegen. Daunenschlafsäcke haben ein geringes Packmaß und sind leicht, halten warm, sind allerdings nichts für feuchtes bzw. nasses Wetter, da die Daunen schlecht trocknen. Gerade wegen letzterem sollte man auf Trekkingtouren im Zelt in Island eher dem Kunstfaserschlafsack den Vorrang geben. Auch wenn er meist ein größeres Packmaß und schwerer ist, eignet er sich dafür besser. 

Keine warme Nacht im Zelt ohne gute Isomatte. Auch hier kommt es auf die Gewohnheiten des Benutzers an. Aufblasbare Isomatten sind meist schwerer, dafür aber bequemer. Die einfachen Vollschaummatten (z.B. von Therm-A-Rest) isolieren gut und haben ein geringes Gewicht. 

Nahrung und Kochzubehör:

Das meiste Gewicht beim Treckinggepäck kommt vom Camping-Equipment und meist auch von der Nahrung, die man für die Trekkingtage mitschleppen muss, da es unterwegs keine Versorgungsmöglichkeiten gibt. Da sind zwei Dosen Ravioli pro Tag eher unpraktisch. Man muss sich aber nicht gleich den Rucksack mit teurer Trekking-Nahrung vollstopfen, sondern kann sich mit den Supermarkt-Angeboten behelfen. Da man beim Wandern einen hohen Kalorienverbrauch hat, bieten sich hier Speisen mit einem hohen Kohlehydratanteil wie Kartoffelpüree, Nudeln, Polenta oder Couscous an, die es in Instantform mit geringem Gewicht gibt. Ebenfalls magenfüllend und energiespendend ist Frühstücksporridge, der zudem mit etwas Studentenfutter aufgepeppt werden kann. Dieses gilt mit Nüssen und Müsliriegel auch als guter Snack für zwischendurch. Trekkingnahrung ist meist teuer, dafür aber sehr abwechslungsreich, leicht und platzsparend. Als Hersteller bieten Lyo Food und Voyager Sportnahrung eine gute Bandbreite an Trekkingnahrung. 

Auch die Möglichkeiten, wie ihr eure Mahlzeiten warm bekommen könnt, sind vielzählig. Am beliebtesten beim Trekking sind die Gaskocher, die man ganz einfach auf die Gas-Kartuschen aufschraubt oder einsticht. Zu beachten ist vor Ort, welche Art der Gaskartuschen erhältlich sind. Und dass man nicht immer neue mitnehmen muss, denn meist lassen andere Gäste auf Campingplätzen halbvolle Kartuschen zurück. Wichtig: Gaskartuschen dürfen nicht im Flugzeug transportiert werden (auch nicht im Aufgabegepäck).

Camping-Verleih in Island:

Wenn ihr eure Camping-Ausrüstung nicht bis nach Island schleppen wollt oder gar keine daheim habt, gibt es in Reykjavik auch diverse Möglichkeiten, sich Zelt, Schlafsack, Isomatte und das nötige Zubehör zu leihen. Bei Gangleri oder Iceland Camping Equipment in Reykjavik kann man sich all das und noch viel mehr für seine Trekkingtour in Island ausleihen und auch kaufen.

Nun seid ihr bestens vorbereitet auf eine Trekkingtour auf der Insel im Nordmeer. Oder habt ihr noch ein paar zu ergänzende Punkte? Dann schreibt uns gerne.

Góða skemmtun, liebe Island-Freunde! Euer contrastravel-Team!

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