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Reisetipps Island: Zentrales Hochland

Hveradalir - Zentrales Hochland

Im letzten Teil unserer Island-Reisetipps geht es um das zerklüftete Hochland, das sich im Zentrum der Vulkaninsel erstreckt und viele mit seiner grenzenlosen Weite und kargen Landschaft in seinen Bann zieht … 

Góðan daginn liebe Nordland-Freunde, 

Das Hochland ist bis auf die verschiedenen Hütten – die Anlaufstelle für Wanderer und Abenteurer aller Art – unbewohnt, daher lassen sich unsere üblichen Attraktionskategorien hier so nicht umsetzen. Wer würde auch nach einem schicken Restaurant oder einer Kunstgalerie suchen, wenn Luxus schon darin besteht, Strom zu haben? So werden wir uns ganz den Naturwundern zuwenden, die es hier zu sehen gibt und die ja auch der eigentliche Grund sind, die beschwerlichen Wege und einsamen Schotterpisten in Angriff zu nehmen. Wer das Hochland durchquert, sollte dies nur mit einem Allradfahrzeug tun, bei Unsicherheit vom Selbstfahren absehen und sich einer geführten Tour anschließen – Vorsicht ist hier besser als Nachsicht. Auch allzu viel Komfort sollte man in den Unterkünften nicht erwarten, schließlich befindet man sich im wahrsten Sinne des Wortes abseits der Zivilisation …

Hveravellir:

Im Herzen des Hochlands, ungefähr auf der Hälfte der Kjalvegur-Piste, findet man dieses Gebiet, das sowohl den Zentralvulkan, der sich unter dem Langjökull-Gletscher befindet, als auch das dazugehörige Geothermalgebiet bezeichnet. Die hohen Temperaturen und die vulkanische Aktivität haben hier einiges Erstaunliches hervorgebracht: Fumarolen hüllen ihre Umgebung in mystische Dampfschwaden, die Solfatare Öskurhöll beeindruckt auch akustisch mit ihrem namensgebenden Fauchen, die Heißwasserquelle Bláhver wartet mit selbst für Island ungewöhnlichen Sinterterassen auf. Auch ein Besuch bei den Springquellen Eyvindarhver und Bræðrahver lohnt sich, auch wenn sie nicht so imposant sind wie der Geysir Strokkur. Die Eyvindarhver-Quelle weist außerdem eine Verbindung zu den Isländersagas auf: Hier soll der geächtete Fjalla-Eyvindur seine Mahlzeiten zubereitet haben. Nicht weit entfernt kann man auch Eyvindar-Kofi besichtigen, eine Behausung, halb Höhle und halb Hütte, in der Fjalla-Eyvindur mit seiner Frau Halla Jónsdóttir lebte – nur einer von vielen Orten, denn insgesamt sollen sie 20 Jahre im unwirtlichen Hochland verbracht haben. 

Kerlingarfjöll:

Diese Bergkette umfasst etwa 100 Quadratkilometer und ist vulkanischen Ursprungs. Bei Vulkanausbrüchen unter dem Eis eines Gletschers – vermutlich des Hofsjökull - entstand die heutige Tafelvulkan-Form der Gipfel aus Rhyolithgestein. Der Snækollur ist mit 1477 Metern der höchste von ihnen. Hier befindet sich auch eines der größten Hochtemperaturgebiete Islands, das Hveradalir. Wie bei Hveravellir auch dampft und zischt es hier an vielen Stellen. Der Kontrast zwischen gelblich-rötlichem Gestein, den hellen Schneefeldern und dem zarten Grün, das sich an manchen Stellen dank der ungewöhnlichen Wärme angesiedelt hat, bietet einen faszinierenden Anblick und unendliche Fotomotive. Auch der Temperaturengegensatz ist nicht zu unterschätzen – direkt neben Schnee und Eis brodeln Schlammtöpfe und heiße Bäche, der Boden selbst kann 80 bis 100°C warm sein. Daher sollte man unbedingt auf den vorgegebenen Wegen bleiben, wenn man es zum Schutz der Landschaft nicht ohnehin schon tut. Doch die Hitze aus dem Boden hat auch etwas Gutes: es gibt tatsächlich eine Bademöglichkeit in dieser abgelegenen Mondlandschaft. 

Askja:

Die Askja (wörtlich „Schachtel“, in geologischem Kontext „Caldera“) bezeichnet den Zentralvulkan sowie das gleichnamige Vulkansystem, das sich über 200 Kilometer zieht und mittlerweile zum Vatnajökull-Nationalpark gehört. Sie besteht aus insgesamt drei Calderen, die ineinander verschachtelt sind und bei unterschiedlichen Ausbrüchen entstanden. Allgemein erhebt sich der Vulkan rund 800 Meter über die Hochebenen der Umgebung und erreicht eine maximale Gesamthöhe von 1510 Metern. Ein Muss bei einem Besuch der Gegend sind der See Öskjuvatn, der sich in der jüngsten Caldera gebildet hat und eine beeindruckende Tiefe von 220 Metern erreicht, sowie der Krater Víti, der direkt an den größeren See angrenzt und in dem sich ebenfalls Wasser gesammelt hat. Wer sich traut, kann hier bei Temperaturen von meist 20 bis 30°C ein Bad nehmen, allerdings ist der Weg zum See hin eher rutschig und man sollte genügend Zeit mitbringen. Ganz in der Nähe lockt auch die „Drachenschlucht“ Drekagil mit ihren geheimnisvollen Felsformationen und einem Wasserfall an ihrem Ende. 

Vielen Dank, dass ihr uns in den letzten Monaten auf dieser Reise um die Insel begleitet habt. Falls ihr eigene Reisetipps habt, lasst sie uns gerne zukommen. 

Verið blessuð liebe Nordland-Freunde, Euer contrastravel-Team

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