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Versteinerte Trolle in Island

Ringstraße - Nord-Island

Bei einer Islandreise gibt es viel zu sehen: Wasserfälle, Gletscher, Vulkane und heiße Quellen, aber auch Felsen, die die Natur wie kleine Kunstwerke geschaffen hat und in der jeder etwas anderes entdecken kann. Durch Wechselwirkung von heißer Lava und Kälte oder einfach zufällige Abnutzung nach vielen Jahren zeigen sie uns Figuren oder Tiere …

Góðan daginn liebe Nordland-Freunde, 

Wer hat nicht schon einmal im Gestein eines Felsbrockens Formen erkannt, die an Personen oder Gegenstände erinnern? Auf Island gibt es besonders viele dieser interessanten Gesteinsformationen und viele davon haben außerdem eine durch Volkssagen überlieferte Geschichte – meist geht es dabei um Trolle, die sich zu weit aus ihrer Heimat in Bergen und Höhlen gewagt und durch das Sonnenlicht versteinert wurden. Aber auch abseits dieser bekannten „Trollfelsen“ kann man kleine Kunstwerke finden, wenn man nur genau hinsieht. Letzten Endes bleibt auch jedem selbst überlassen, ob sich in den Steinen Trolle verbergen oder sich vielleicht eine andere Interpretation ergibt – auf jeden Fall sorgen sie für Gesprächsstoff und jede Menge lustige Vergleiche … 

Lóndrangar – Auf der Halbinsel Snaefellsnes im Westen Islands findet man diese beeindruckenden Türme an der Küste. Mit einer Höhe von 75 und 61 Metern sind sie weithin zu sehen und wirken wie eine Festung, die tapfer dem Meer trotzt. Ursprünglich sind sie wohl als Teil eines Kraters entstanden, könnten aber genauso gut den versteckten Völkern der Elfen und Trolle als Schloss dienen. Aus einem anderen Blickwinkel lassen sich mit etwas Fantasie in einem der beiden Türme auch zwei Rücken an Rücken sitzende Gestalten erkennen – die Möglichkeiten sind endlos …

Hvítserkur – Dieser Monolith ragt 15 Meter hoch aus dem Meer. Auch er ist ein Überbleibsel eines Vulkans, der letzte, noch nicht vom Wasser abgetragene Rest. Je nach Wasserstand kann man sich ihm mehr oder weniger dicht nähern. Der Sage nach handelt es sich bei diesem Felsen um einen Troll, der vor langer Zeit gerade dabei war, das Kloster Þingeyrar mit Steinen zu bewerfen, als die Sonne ihn überraschte und ihn dazu verdammte, nun auf ewig den Möwen und Eissturmvögeln als Nistplatz und den Besuchern als Fotomotiv zu dienen. Abgesehen von dieser Legende wurde der Monolith aber auch häufig als Tierform gesehen – dabei ist von Nashorn und Elefant bis hin zum Dinosaurier alles dabei.

Kerlingin – Die Insel Drangey im Skagafjördur ist zusammen mit der vor ihr aufragenden Steinsäule der Hauptteil einer alten Geschichte. So soll in diesem Fjord vor langer Zeit ein Trollehepaar mit ihrer riesigen Kuh, deren Milch ihre Hauptnahrungsquelle war, gelebt haben. Als die Kuh paarungsbereit war, mussten sie alle den Weg zum nächsten Bullen auf der anderen Seite des Fjordes auf sich nehmen, wobei der Trollmann die Kuh führte und vorwärts zog, während die Trollfrau das sture Tier von hinten schob. Trotzdem schafften sie den Weg nicht innerhalb einer Nacht und versteinerten, wobei die Kuh die Insel Drangey und die beiden Trolle zwei Steinsäulen davor bildeten. Danach hießen diese Karlinn, „der alte Mann“, und Kerlingin, „die alte Frau“. Die Karlinn-Säule brach zwar im 18. Jahrhundert zusammen, die versteinerte Trollfrau jedoch steht noch immer tapfer bei ihrer Kuh.

Hljóðaklettar – Im Norden der Vulkaninsel findet man diese selbst für Island einzigartigen Basaltformationen, die Teil des weitläufigen Vatnajökull-Nationalparks sind. Sie werden „Echofelsen“ genannt, denn durch ihre speziellen Formen und Anordnung werden die Stimmen der Besucher nicht nur einmal zurückgeworfen und verebben dann, sondern erschallen vielfach rundum. Aber die Basaltfelsen sind auch ein erstaunlicher Anblick, vor allem die „Kirche“ und der „Troll“ sind einen Besuch wert.

Dimmuborgir – Nah am Mývatn gelegen, kann man hier in eine andere Welt abtauchen. Ein ganzes Gewirr aus aufragenden Lavatürmen und faszinierenden Formen lassen an eine wahre Stadt aus Steinschlössern denken – passend zu einem Ort mit dem Namen „dunkle Städte“ oder „dunkle Burgen“. Hier kann man sich gar nicht sattsehen an den vielen verschiedenen Wesen oder Bauwerken, die sich hinter den Steinen verstecken könnten …

Reynisdrangar – Vor dem schwarzen Reynisfjara-Strand, der so beliebt und durch seine starke Brandung ebenso gefährlich ist, ragt eine bedrohlich aussehende Gesteinsgruppe aus der wilden See. Auch hier verbirgt sich eine Gruppe versteinerter Trolle, die gerade ein dreimastiges Schiff, das auf Grund gelaufen war, zur Küste ziehen wollten, als die Sonne aufging und sie und das Schiff erstarren ließ. Besonders die Masten des Schiffs lassen sich gut in den Felsspitzen erkennen, aber auch hier ist natürlich alles für weitere Interpretationen offen.

Elephant Rock – Eine der früheren Eruptionen des Eldfell auf den Vestmannaeyjar soll durch die wechselnde Einwirkung mit dem kalten Meerwasser diese berühmte Felsformation hervorgebracht haben. Der aus Basalt bestehende „Elefantenfelsen“ wird häufig als Elefantenkopf interpretiert und ist ein beliebtes Ziel von Ausflugsbooten, da man nur so ein gutes Foto bekommt. Fans von H. P. Lovecraft haben aber auch auf die verblüffende Ähnlichkeit des Felsens mit der Beschreibung der monströsen und mächtigen Kreatur Cthulhu hingewiesen – eine bedeutend mysteriösere und bedrohlichere Variante. Wenn der Felsen jedoch weiterhin bewegungslos bleibt, ist es wohl dennoch ungefährlich, ihn am Kap Halldórsskora der Insel Heimaey zu besuchen …

Seht ihr noch etwas anderes in diesen Felsformationen oder habt auf euren Reisen weitere entdeckt? Dann hinterlasst uns doch einfach einen Kommentar.

Verið blessuð, liebe Nordland-Freunde, Euer contrastravel-Team

 

 

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