Reisebericht aus Südschweden – mit der Bahn durch das Land
Unser Urlaub nach und in Schweden versprach uns: Einsteigen, zurücklehnen und die Landschaften am Fenster vorbeiziehen lassen. Die gewonnene und entspannte Zeit mit Spielen, Staunen und Urlaubsgefühl pur verbringen, statt in Staus zu stehen oder Zeit mit der Parkplatzsuche und langen Autofahrten zu vergeuden – Slow Travel at it’s best! Auf dem weitreichenden Streckennetz konnten wir eine entspannte Art zu reisen kennenlernen. Wir waren unterwegs zwischen lebendigen Städten wie Malmö und Stockholm und idyllischen Landschaften dazwischen. So wurden bereits die Fahrten zu einem Teil unseres Urlaubserlebnisses.
Anreise mit dem Zug aus Norddeutschland
Mein Mann und ich wohnen in Norddeutschland, von hier aus ist die Anreise nach Skandinavien mit dem Zug relativ kurz und unkompliziert. So startete die Reise schon in Deutschland mit Vorfreude auf all die schönen Panoramen, die so ein Zugfenster zu bieten hat. Mit drei Umstiegen machten wir uns auf den Weg in die Nähe des Ortes Jönköping in der Provinz Småland am Vätternsee. Im schwedischen Zug holten wir uns im Bordbistro eine Kardamom-Schnecke zu schwedischen Preisen. So konnte unser Urlaub starten. Unser Gepäck, zwei voll gepackte Reiserucksäcke - fanden immer genug Platz in den Gepäckablagen.
Schon die Anreise bereitete uns auf die nächsten Wochen Urlaub vor. Ohne Stress kamen wir an unserem ersten Halt an. Die kommenden Tage verbrachten wir mit Wandern zum See und in der näheren Umgebung, mit einem Ausflug in die kleine Stadt Jönkoping am Südufer des Vättern und mit viel lesen und die erholsame Stille der Natur genießen.
Was nehmen wir mit in den Schwedenurlaub
Unsere Rucksäcke waren voll mit Kleidung, die für das Klima und Wetter für Schweden passt. Da wir am Ende des Sommers unterwegs waren, haben wir uns auf Zwiebellagen geeinigt. Also sowohl Shirts als auch Pullover und auch die Regenjacken hatten wir eingepackt. Wanderschuhe für unsere Ausflüge zu Fuß und stadttaugliche Kleidung. Da wir in einer der Unterkünfte waschen konnten, mussten wir nicht für drei Wochen packen.
Unterwegs zwischen den Seen
Wir hatten uns unsere Unterkünfte an den Seen Vättern und Vänern ausgesucht. Zwischen den Seen sind wir ebenfalls mit dem Zug gefahren - an weiteren vielen Seen vorbei. Immer in der Hoffnung darauf, aus dem Zugfenster einen Elch zusehen, drückten wir unsere Nasen platt. Angekommen am großen Vänernsee in der Provinz Värmland, bezogen wir unsere gemütliche Unterkunft. Auch hier erwanderten wir die nahe Umgebung, lernten innerhalb weniger Tage alle Nachbarskatzen kennen, wurden einmal von einem Regenschauer überrascht und konnten uns an den hübschen bunten Holzhäusern nicht sattsehen. Nach Karlstad machten wir einen Tagesausflug, bummelten dort durch die Stadt und gingen im nahegelegenen Park Mariebergsskogen spazieren. Wir retteten uns auch hier vor dem Regen in ein gemütliches Café am Hafen und fuhren abends zurück zur Unterkunft.
Lebendiges Hauptstadtfeeling in Stockholm und Malmö
Nach zwei Wochen mit Ruhe, schwedischen Landschaften, vielen Fika mit Zimtschnecken und Kaffee, statteten wir der Hauptstadt Schwedens einen Besuch ab. Die Anreise war wieder unkompliziert und auch die Fortbewegung in der Stadt war einfach und verständlich. Wir waren sehr zentral am Slussen - nahe Gamla Stan - untergebracht, von wo aus wir die Stadt erkundet haben. Für uns ging es zu Fuß auf die Inseln Skeppsholmen und Kastellholmen und bis zur Galerie von Prinz Eugen auf der Insel Djurgården. Die Fotografiska-Ausstellung und den bekanntesten Plattenladen Schwedens – Pet Sounds im STadtteil Södermalm - haben wir besucht und sonst haben wir uns von der Sonne und den schönen Ausblicken durch die Stadt treiben lassen. Auch in Stockholm sind wir überraschend nass geworden, ausgerechnet in Gamla Stan. Die Stadt bietet eine großartige Mischung aus lebendigem Stadtleben, gemütlichen Cafés und Natur pur auf den zahlreichen Inseln. Das nächste Mal wollen wir einen Ausflug in die Schären Stockholms unternehmen, dafür hatten wir diesmal leider keine Zeit.
Vor dem Ende unserer Reise haben wir noch für zwei Nächte in Malmö verbracht, wo wir uns durch das sehr variationsreiche Restaurantangebot gegessen haben. Anschließend hat uns der Zug wieder mit einem Umstieg in Kopenhagen nach Norddeutschland gebracht.
Fazit
Wir würden diese Art des Reisens immer wieder wählen, weil wir selten so entspannt gereist sind. Durch das gute Streckennetz lässt sich diese Reiseform in Schweden wirklich gut umsetzen. Auch wenn sich Bahnreisen nicht in jedes Reiseziel einbauen lassen und man bezüglich der Unterkunftswahl ein paar Abstriche machen muss (muss immer in einem Ort sein, der verkehrstechnisch gut angebunden ist), würden wir immer wieder versuchen, wenigstens einen Teil der Strecke mit dem Zug zurückzulegen. Spannender als Autobahnfahrten sind die Bahnstrecken allemal! Und man nimmt den Drang raus, in möglichst kurzer Zeit viel zu sehen. Wir sind Fans von schwedischem Hygge und von Slow Travel!
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