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Blog mit Informationen für und über Island Reisen und andere Nordland Reisen - Farm im Keldudalur
22.08.2018

Energienutzung in Island - Leben mit Vulkanen

Reykjanesvirkjun - Reykjanes contrastravel
Wärme aus der Erde

Die Isländer gelten als Vorreiter in der Erzeugung und Nutzung von „grüner“ Energie, denn sie beziehen ihren Strom aus der Kraft des Wassers und machen sich zur Beheizung die hohe geothermale Aktivität ihrer Insel zunutze. Wie das umgesetzt wird und was man mit Erdwärme sonst noch herstellen kann, erfahrt ihr hier …

Góðan daginn liebe Nordland-Freunde, 

Erdbeben und Vulkanausbrüche sind unschöne Nebenwirkungen, wenn es um das Leben auf Island geht – oder der Preis, den man für einen so schönen Ort zahlen muss, je nach Betrachtungswinkel. Aber die Hitze aus der Tiefe bringt auch Vorteile, ebenso wie auch tosende Schmelzwassermassen nicht nur zerstörerisch sein können ...

Damals: Nutzung der natürlichen Bedingungen

Jeder Islandreisende kennt sie: natürliche heiße Quellen und liebevoll angelegte Hot Pots. Ob das warme Wasser direkt aus der Erde sprudelt oder in Pools geleitet wird – ein Bad darin gehört zu Island einfach dazu. Doch Vorsicht: Manche Quellen sind zu heiß zum Baden, und selbst angenehme 39 °C können bei zu langem Entspannen den Kreislauf belasten.

Die Erdwärme Islands wird aber nicht nur zum Baden genutzt. Auch das traditionelle Roggenbrot Rúgbrauð entsteht ursprünglich mithilfe heißer Quellen. Der Teig aus Roggenmehl, Hefe, Milch, Salz und Zucker wurde früher in Töpfen nahe heißer Quellen vergraben und 12 bis 24 Stunden lang gedünstet. Das Ergebnis: ein überraschend süßliches Brot, das perfekt zu Butter, Hangikjöt oder Hering passt – und sogar als Dessert serviert wird.

Heute wird Rúgbrauð oft im Ofen gebacken, doch manche Isländer schwören noch immer auf die ursprüngliche Variante aus dem Boden, auch Hverabrauð genannt.

 

Heute: Nutzung der natürlichen Bedingungen

Geothermie spielt auf Island heute vor allem bei der Energiegewinnung eine große Rolle. Kraftwerke wie Svartsengi Power Station und Reykjanes Power Station nutzen heißen Wasserdampf aus der Erde, um Strom und Wärme für tausende Haushalte zu erzeugen. Ein Nebenprodukt davon ist die mineralreiche Sole der berühmten Blue Lagoon, die für ihr milchig-blaues Wasser und ihre Wirkung bei Hautproblemen bekannt ist. Im Reykjanes-Kraftwerk können Besucher sogar Turbinen bei der Arbeit beobachten und in einer Ausstellung mehr über erneuerbare Energien lernen.

Neben Erdwärme stammt der Großteil des isländischen Stroms aus Wasserkraft. Über die ganze Insel verteilt nutzen Kraftwerke Flüsse und Stauseen zur Energiegewinnung. Besonders beeindruckend sind das Búrfell Hydroelectric Power Station und das riesige Kárahnjúkar Hydropower Plant mit kilometerlangen Tunneln und gewaltigen Staudämmen. Dank dieser Energiequellen können sogar Gewächshäuser mitten im rauen Klima Islands ganzjährig beheizt und beleuchtet werden.

Kontroverse Nutzung durch die Zeiten

Auch wenn Island seinen Strom komplett aus erneuerbaren Energien gewinnt, hat das nicht nur Vorteile. Besonders Wasserkraft steht immer wieder in der Kritik, weil Staudämme Flüsse, Landschaften und ganze Ökosysteme verändern. Beim Kárahnjúkar Hydropower Plant wird zum Beispiel untersucht, wie sich die überfluteten Rentierweiden auf das Verhalten der Tiere auswirken. Kritisiert wird außerdem, dass viel des erzeugten Stroms für energieintensive Aluminiumwerke genutzt wird.

Konflikte um Wasserkraft gibt es in Island schon lange. Berühmt ist der Streit um den Gullfoss in den 1920er Jahren. Die Isländerin Sigríður Tómasdóttir kämpfte damals erfolgreich gegen den Bau eines Kraftwerks am Wasserfall und machte den Gullfoss damit zu einem Symbol des Naturschutzes.

Auch heute sorgen neue Projekte wie das geplante Hvalárvirkjun für Diskussionen. Während Befürworter auf Arbeitsplätze und stabile Stromversorgung hoffen, warnen Gegner vor weiteren Eingriffen in die empfindliche Natur Islands.

Ihr habt auf Island Rundreisen schon einmal den beeindruckenden Kárahnjúkur-Staudamm besucht oder Rúgbrauð probiert? Dann hinterlasst uns doch einfach einen Kommentar. Wir freuen uns auf eure Erlebnisse und Ideen.

Verið blessuð liebe Nordland-Freunde, Euer contrastravel-Team

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Kommentare

29.04.2022, 20:31

Hallo Contrastravel-Team!

Habe gerade euren Artikel über Kárahnjúkar entdeckt. Ist schön geschildert.
Ich habe im Jahr 2019 Island besucht (über euch gebucht)und bin auch am Kárahnjúkar-Staumdamm gewesen.
Es war insgesamt eine gelungene Reise über 18 Tage, von der ich noch heute zehre.
Ich schreibe seitdem an einer geplanten Veröffentlichung eines (wohl größeren) Bildband von Island, und bin gerade dabei, die Bilder vom Staudamm-Projekt einzuordnen, die ich in etwa 3-4 Wochen auf meiner Website in der Fotocommunity veröffentliche.
Insgesamt bin ich bei meiner Reportage inzwischen bei Tag 6 angekommen.
Wenn Ihr Interesse habt, könnt ihr die Bilder über folgenden Link anschauen und den weiteren Werdegang beobachten:

https://portfolio.fotocommunity.de/homwico/folder/988156

Ich würde mich freuen, darüber wieder von euch zu hören.
Eine schöne Zeit, und vielleicht klappt es in der nächsten Zeit mal wieder. Corona scheint ja nicht mehr so dramatisch zu sein.
Viele Grüße auch an Maria Sonnek. Sie hat mich damals vorbildlich beraten und einen guten Teil zum Gelingen meiner Reise beigetragen.

Viele Grüße
Wilhelm Hommert

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