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Literatur aus Island - Etwas von der Größe des Universums

Hvalfjörður - West-Island
Der schöne Walfjord

Zum Beginn der Buchmesse, die vom 21.03.2019 – 24.03.2019 in Leipzig stattfindet, möchten wir euch in den nächsten Wochen immer mal wieder isländische Romane und Bücher über Island vorstellen. Wir haben für euch den Roman „Etwas von der Größe des Universums“ von Jón Kalman Stefánsson verschlungen…

Etwas von der Größe des Universums
Buchcover "Etwas von der Größe des Universums" © Piper Verlag

Góðan daginn liebe literarischen Island-Freunde,

Mit „Etwas von der Größe des Universums“, erschienen im Piper Verlag, knüpft der Autor Jón Kalman Stefánsson an sein 2017 erschienene „Fische haben keine Beine“ an und vertieft die Geschichte rund um Ari und seine Familie. Auch wenn wir die isländische Version nicht kennen, gelingt es Karl-Ludwig Wetzig in der deutschen Übersetzung  das Kopfkino anzuwerfen und den Leser in die triste isländische Einöde zwischen Keflavik und der Vergangenheit in den Ostfjorden mitzunehmen. Dabei wird die Rückkehr vom Protagonisten Ari und seine Familiengeschichte über mehrere Generationen erzählt. So auch die Beziehung zwischen Ari und seinem Vater Jakob. Mit Hinweisen zu Handlungsorten und Zeitangaben zwischen Heute, den 70ern und 80ern sowie der Zeit zwischen den Weltkriegen hilft der Autor seinem Leser, bei seinen Sprüngen zwischen den Kapiteln stets Schritt halten zu können. Wir erleben die menschlichsten Züge familiärer Beziehungen, ihre Unzulänglichkeiten und eintönigen Kommunikationen, schwelende Konflikte, Fragen die offen bleiben und ebenfalls die tiefsten Abgründe, zwischen Alkoholmissbrauch und (sexueller) Gewalt inner- und außerhalb der Familie.

In Island und ebenfalls über die Grenzen der Insel hinaus, ist der Autor kein Unbekannter mehr und hat sich bereits einen Namen gemacht. 1963 in Reykjavik geboren, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern Islands. Er studierte Literaturwissenschaften an der Háskoli Islands, ohne jedoch einen Abschluss zu machen. Arbeitete unter anderem an einer Schule in Akranes, schrieb für verschiedene isländische Zeitungen und den nationalen Radiosender und lebt heute als freier Schriftsteller in Mosfellsbær. Er erhielt für seine in mehrere Sprachen übersetzten Werke neben vielen europäischen Auszeichnungen auch den isländischen Literaturpreis. 2018 war er für den alternativen Literaturnobelpreis nominiert.

Stefánsson beschreibt einerseits so ausufernd bildhaft, dass man das Gefühl hat, den kalten Wind auf der Halbinsel zu spüren und das triste Grau des Himmels direkt vor Augen zu haben. Andererseits umreißt er kurz, knapp und trocken scheinbar Unumstößliches und schafft trotz Tristesse und Alltagsbeschreibungen eine Lebendigkeit, die den Roman leuchten lässt. Stefánsson nimmt uns mit aufs Meer, lässt uns am Steg auf das wiederkehrende Schiff warten und die Enge in der Brust spüren, wenn das letzte Kapitel mit den wahrlich großen Worten eines Universums  endet: „Alles wird viel schwieriger, wenn man den Mund nicht aufmachen kann, sagt Anna und streicht Ari über den Handrücken. Dann verletzt man am Ende alle um sich herum. Und jetzt ist es zu spät, sagt Ari leise mit einem schneidenden, bitteren Unterton von Selbstanklage. Anna lächelt schwach und streichelt wieder seine Hand. Was für ein Unsinn, sagt sie, es ist nie zu spät, solange man am Leben ist. Solange überhaupt jemand am Leben ist“. 

Kennt ihr den Roman oder habt ihr andere von ihm bereits gelesen? Wir freuen uns von euch zu hören!

Við sjáumst liebe Nordland-Freunde, Euer contrastravel-Team

Hvalfjörður - West-Island
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