Blog mit Informationen für und über Island-Reisen und andere Nordland-Reisen - Farm im Keldudalur

Lopapeysa - Alles rund um den Islandpullover

Álafossopi - Álafoss-Shop
Wolle und Pullover im gemütlichen Laden

Wer kennt ihn nicht, den wärmenden Wollpullover mit dem auffallenden Ringmuster an Kragen und Schultern? Für Isländer und Islandfans gehört das Kleidungsstück zur Grundausstattung, und selbst einige Katzen und Hunde hatten schon solch einen Mini-Pullover an. Heute berichten wir euch von der Geschichte des Islandpullovers und geben Tipps zur Pflege des anspruchslosen Pullis …

Góðan daginn liebe Nordland-Freunde, 

es gibt wohl kaum etwas, das so „isländisch“ ist wie ein robuster, leicht kratziger Pullover aus Schafswolle – und selten ist Kleidung so vielseitig, denn zu allen Anlässen passt das Teil: beim Wandern in Island, auf einem Fischtrawler im rauen Atlantik, beim Reiten durch Wind und Wetter, oder auch zum Warmhalten an kalten Wintertagen ist auf den Islandpullover immer Verlass …

Islandpullover: Geschichte des beliebten Kleidungsstücks

Islandpullover in der Form, wie wir sie kennen, sind seit dem 20. Jahrhundert auf Island gestrickt worden. Obwohl verschiedene Frauen immer wieder als einzelne „Erfinderinnen“ des Musters genannt werden, lässt sich dieses nicht auf eine einzelne Strickerin zurückführen. Das isländische Muster entwickelte sich über Zeit aus bereits bestehenden Traditionen und Einflüssen aus Schweden und Grönland. Das Einzigartige des Pullovers liegt eher im Material, nämlich der isländischen Schafwolle mit ihren zwei Faserarten Tog (das rauere Deckhaar, das Wind abhält und wasserabweisend ist) und Þel (die besonders feine und weiche Unterwolle). Aus der Wolle wird dann die Mischung lopi angefertigt, aus der traditionell die Islandpullover gestrickt werden – daher auch der isländische Name lopapeysa: ein Pullover (peysa) aus lopi

Beliebtheit erlangt der Islandpullover vor allem während und nach Krisensituationen, wenn sich die Bevölkerung auf ihre Identität als Isländer zurückbesinnen und daraus Kraft schöpfen wollte (so nach der Unabhängigkeit Islands im Zweiten Weltkrieg, der ein „Pullover-Aufschwung“ bis in die 70er Jahre folgte, oder auch nach der Bankenkrise im Jahr 2008). Der Pullover, aus der natürlichen Wolle des Hauptnutztieres Schaf hergestellt und somit auch eng mit der wilden Landschaft verbunden, war das perfekte Symbol für die isländische Mentalität: ähnlich den Schafen selbst genügsam, zuweilen etwas stur, und perfekt angepasst an das harte Inselleben im Norden. 

Aber wie sieht denn nun das „typisch isländische“ lopapeysa-Muster aus? Natürlich gibt es hier viele Varianten, die ursprünglichste ist allerdings ein Pullover mit einem runden Musterkragen, der sich weit um Hals und Schultern zieht, sowie ebensolche Musterumrundungen am Saum an der Hüfte und an den Handgelenken. Die moderneren Varianten, die besonders ab 2000 beliebt sind, lassen meist die Muster an Hüfte und teils auch an den Handgelenken weg. Auch bei den Farben gibt es natürlich viel Auswahl und Designs – in früherer Zeit und bei Souvenirkäufen sind die Naturwollfarben des Islandschafs am beliebtesten: allerlei Weiß-, Grau-, und Brauntöne bis hin zu Schwarz und Kombinationen davon. Die Isländer selbst sind gegenüber bunt gefärbter Wolle schon immer etwas entspannter eingestellt gewesen, sodass auf dem einheimischen Markt auch schrillere Muster und sogar Materialmischungen üblich waren. Aber auch hier gibt es natürlich Puristen. Der Schnitt der Islandpullover hat sich ebenfalls in immer neue Varianten aufgespalten, sodass es mittlerweile Oberteile mit Reißverschlüssen, Pollunder, T-Shirts und Kleider mit dem markanten Muster gibt. Im Design wird es auch auf Handtaschen und vielen weiteren Gegenständen verwendet, sozusagen als Erkennungszeichen der Marke Island. 

Wichtiges für Kauf und Pflege

In fast jedem Souvenirshop in Island findet man natürlich den lopapeysa, und je nach Geldbeutel kann man sich auch für kostspieligere Designerpullover aus edlen Läden in Reykjavík entscheiden. Wer es besonders traditionell mag, sollte einen der Läden der Icelandic Knitting Association (Prjónasamband Íslands)  besuchen. Hier findet man die Originalwollmischung Álafoss und handgestrickte Wollwaren. Es gibt beim lopapeysa eine dehnbare Preisspanne, ein wirkliches „Schnäppchen“ ist er aber, wie üblich bei isländischen Waren, grundsätzlich nicht. Allerdings hat man natürlich auch lange Freude an dem widerstandsfähigen Pulli. 

Bei der Pflege des Kleidungsstücks sind viele oft verwundert, denn der häufigste Ratschlag lautet: Nicht waschen, nur auslüften! Aber es ist tatsächlich so – die Wolle nimmt nur schwer fremde Gerüche an und da man meist sowieso ein dünnes Shirt unter dem direkt auf der Haut kratzigen lopapeysa trägt, braucht man sich um das „Stinken“ keine Sorgen zu machen. Wenn doch mal der Wunsch nach einer Erfrischung des Pullovers aufkommt, reicht es, ihn eine Weile nach draußen zu hängen oder aber – etwas radikaler – ihn für ein paar Stunden in einer Tüte in die Tiefkühltruhe zu packen. Diese Methode hilft auch gut am Anfang, wenn der neue Wollpullover doch noch etwas nach Schaf zu riechen scheint … Schwierig wird es, wenn durch ein Missgeschick doch einmal größere Verunreinigungen entstanden sind. In diesem Fall empfiehlt sich eine vorsichtige Handwäsche oder (auf eigene Verantwortung) ein Feinwaschgang bei maximal 30°C. 

Island-Pullover selbst stricken? Kein Problem!

Da das Selbstfertigen von Kleidungsstücken in Island durchgehend sehr beliebt ist, gibt es allerlei Strickzeitungen mit immer neuen Mustern, die die Handarbeitsbegeisterten ausprobieren können. Auf den Seiten von Strickvereinigungen wie Álafoss finden sich auch Anleitungen im Netz, die aber meistens nicht kostenlos sind. Einfache Muster gibt es hier auf Englisch auch kostenfrei. Auch Wolle kann man je nach Präferenz bestellen oder mit anderen Sorten experimentieren … 

Seid ihr auch schon stolze Besitzer eines wärmenden Islandpullis? Dann hinterlasst uns doch einfach einen Kommentar und sagt uns, wie eure Erfahrungen mit dem Selbstgestrickten oder –gekauften waren!

Verið blessuð liebe Nordland-Freunde, Euer contrastravel-Team

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