Blog mit Informationen für und über Island-Reisen und andere Nordland-Reisen - Farm im Keldudalur

Isländische Filme und Filmschauplätze

Kirkjufell - West-Island
Etwas weniger Schnee als in der eisigen Game-of-Thrones-Folge

Isländische Filme begegnen uns heute recht häufig – als Teil von speziellen Skandinavien-Wochen im Kino oder im Fernsehen. Auch in vielen großen Produktionen kommen die Drehorte so manchem Islandreisenden bekannt vor. Heute geht es bei uns um die isländische Filmgeschichte und die Nutzung der isländischen Landschaft als Kulisse …

Góðan daginn liebe Nordland-Freunde, 

Wer Island kennt, der weiß, dass die Steinwüsten und schneebedeckten Berge aus vielen Filmen gar nicht so fantastisch und surreal sind, wie sie scheinen, sondern dass es sich dabei um reale und besuchbare Orte auf der Vulkaninsel handelt. Aber auch das isländische Kino selbst hat einiges zu bieten … 

Geschichte des isländischen Films

Die Filmkunst kann in Island auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken. 1904 wurde die erste Filmfirma von Glafur Johnson gegründet und erste Dokumentarfilme gedreht, 1906 öffnete das erste Kino in Reykjavík seine Türen. Die 1919 von einem dänischen Filmteam gedrehte Romanverfilmung Borgslægtens historie (Geschichte der Borg-Familie) wird als Grundstein des isländischen Filmschaffens angesehen, da der isländische Filmpionier Óskar Gíslason daran beteiligt war, der besonders ab 1948 mit seinen Filmen maßgeblich zur Entwicklung einer eigenen Filmkultur auf der Insel beitrug. Im Jahr 1966 gab es einen weiteren großen Schritt, als das isländische Fernsehen auf Sendung ging und sich im selben Jahr isländische Filmschaffende zum Félag kvikmyndagerðarmanna (Verein der Filmproduzenten) zusammenschlossen. 1980 schwammen isländische Filme auf einer Erfolgswelle, vor allem dank Land og synir (Land und Söhne) von Ágúst Guðmundsson, der die Landflucht und Verstädterung in Form einer Liebesgeschichte darstellte und damit bei der Bevölkerung einen Nerv traf – kaum ein Erwachsener sah ihn nicht. Im Laufe der 1980er Jahre ging das Interesse der Menschen am Kino und am isländischen Film allerdings wieder zurück, was teilweise auf die hohen Preise und die Einführung des Videorekorders sowie die vermehrte Nutzung von amerikanischen Filmmedien zurückzuführen war. Die Regierung reagierte mit einer höheren Unterstützung von Filmfonds und Projekten, sodass sich die Zahlen wieder erholten und einheimische Filme nicht völlig auf der Strecke blieben. Die höchste Fördersumme erhielt der Film Börn nátúrunnar (Children of Nature – eine Reise) von Friðrik Þór Friðriksson, der 1991 Premiere feierte und 1992 sogar für einen Oscar nominiert war. Dieser folgt dem alten Bauern Geiri und seiner Jugendfreundin Stella, die aus einem Altenheim in Reykjavík abhauen und mit einem gestohlenen Jeep zurück zu den Orten ihrer Kindheit reisen. Dort sterben sie schließlich in der Freiheit der Natur. In den 2000er Jahren schließlich erfuhr der isländische Film einen erneuten Boom und immer häufiger wurde Island auch für ausländische Filmprojekte als Drehort attraktiv. 2001 wurde Kvikmyndamiðstöð Íslands, das Filmzentrum Islands, gegründet, welches zusammen mit dem isländischen Filmrat Kvikmyndaráð Íslands entscheidet, welche Filme gefördert werden und Stipendien erhalten. Seit 2004 findet außerdem jährlich das Reykjavík International Film Festival (kurz RIFF) in der Hauptstadt statt, das immer mehr internationale Teilnehmer und Gäste anzieht und bei dem der Discovery of the Year Award - auch liebevoll "Golden Puffin" genannt - verliehen wird. 

Isländische Filme - Klassiker und Modernes

Kultfilme zu verschiedensten Themen hat das isländische Kino zu bieten und Islandfans kennen sicherlich einige davon. Da wäre zum einen der Wikingerfilm Hrafninn flýgur (Der Flug des Raben) aus dem Jahr 1984 von Hrafn Gunnlaugsson. Darin werden vor allem die Motive von Wikingerfahrten und den damit verbundenen Kämpfen und Entführungen thematisiert, sowie der Gegensatz zwischen christlicher und heidnischer Religion. Die Struktur des Films entspricht allerdings der klassischer Westernfilme. Es wurden noch zwei weitere Teile gedreht, Í skugga hrafnsins (Im Schatten des Raben) und Hvíti víkingurinn (Der weiße Wikinger). Auch der drei Jahre zuvor veröffentlichte Film Útlaginn (Outlaw: The saga of Gisli) zählt zu den Klassikern, vor allem unter denen, die sich für die Isländersagas interessieren, denn der Film erzählt die Geschichte der Gísla saga súrssonar und zeigt dabei recht realitätsbezogen das historische Leben nach der Besiedlung Islands. Natürlich darf auch 101 Reykjavík, im Jahr 2000 vom Regisseur Baltasar Kormákur nach Hallgrímur Helgasons gleichnamigem Roman verfilmt, auf der Liste nicht fehlen, in dem das oftmals chaotische Leben im gleichnamigen Stadtbezirk, das Ausbrechen aus Isolation und zuweilen skurrile Familienbeziehungen gezeigt werden. Auch der Film Nói Albinói (Nói the Albino) von 2003 thematisiert die Isolation des Protagonisten, allerdings ist dieser größtenteils von der Perspektivlosigkeit und seinem Außenseiterdasein in seinem kleinen Heimatort frustriert und träumt von einem Leben weit weg von dort. Viele skurrile Alltagssituationen und eine beginnende Romanze später verändert eine Naturkatastrophe alles in dem kleinen isländischen Ort ... 

Etwas jüngere Filme aus Island, wie zum Beispiel Málmhaus (Metalhead), Fúsi (Virgin Mountain) und Kona fer í stríð (Woman at War) haben ebenfalls eigensinnige Hauptfiguren, die nicht so recht „dazugehören“, aber auf ihre eigene Art liebenswert sind. Málmhaus folgt dem Leben einer jungen, Heavy-Metal-begeisterten Isländerin, die versucht, den Tod ihres Bruders zu verarbeiten, Fúsi einem (gleichnamigen) sympathischen Einzelgänger, der langsam aus seiner ewigen Routine erwacht und Kona fer í stríð einer Umweltaktivistin bei ihrer Gratwanderung zwischen ihren waghalsigen Störaktionen und dem Wunsch, eine gute Adoptivmutter zu werden. 

Island als Schauplatz und Kulisse

Islands vielseitige, kontrastreiche und vor allem beeindruckend schöne Landschaft blieb auch in der Filmbranche nicht unentdeckt, sodass mittlerweile regelmäßig Filme dort gedreht werden. Manchmal spielen diese tatsächlich zum Teil auf der Insel im Atlantik, meistens jedoch geht es um die Kulissenwirkung für Fantasyreiche oder das Weltall – schließlich sehen Lavafelder und schwarze Sandflächen ohne jegliche Vegetation schnell mal aus wie außerirdische Mondlandschaften. So wurde Island das „Double“ verschiedener Orte fern der Erde, beispielsweise für die Filme Oblivion, Interstellar, Prometheus, Star Wars: Das Erwachen der Macht und Star Trek: Into Darkness. Aber auch Action- und Superhelden waren schon zu Gast auf unserer Lieblingsinsel, so wurden Teile von Lara Croft: Tomb Raider, Thor: The Dark World, Captain America: Civil War sowie zweier James-Bond-Teile (Stirb an einem anderen Tag, Im Angesicht des Todes) dort gedreht. Serien haben Island ebenfalls für sich entdeckt, Game of Thrones kehrte für mehrere Staffeln, unter anderem auch die heiß ersehnte achte und letzte dorthin zurück und auch sense8 mit Protagonisten auf der ganzen Welt ermöglichte kurze Blicke auf die Insel. Natürlich gibt es noch viele weitere Filme, die teilweise in Island gedreht wurden – wer Interesse daran hat, die Schauplätze selbst zu besuchen, kann diese interaktive Karte nutzen (einfach oben rechts beim Auswahlbalken den gewünschten Film einstellen und schon sieht man die eingekreisten Drehorte).

Habt ihr einen isländischen Lieblingsfilm oder schon einen oder mehrere Filmschauplätze besucht? Dann hinterlasst uns doch einfach einen Kommentar.

Verið blessuð liebe Nordland-Freunde, Euer contrastravel-Team

Kirkjufell - West-Island
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